Sonntag, 13. März 2011

E10 - Super gelaufen

Gastbeitrag von Mr.D


Wie funktioniert eigentlich unser Marktsystem? Bestimmen Angebot und Nachfrage die Preise? Nun, normalerweise funktioniert das so, doch wenn sich Ölkonzerne etwas in den Kopf setzen, scheinen diese Prinzipien plötzlich nicht mehr zu gelten. Politisch durchgedrückte EU Richtlinien diktieren in gefühlter Lichtgeschwindigkeit und aus dem Nichts kommend plötzlich, was gebraucht wird und was nicht. 

Der neue Superkraftstoff E 10 bleibt seit seiner Einführung in Deutschland in den Raffinerien liegen, ein zeitweiser Produktionsstopp war die  Folge. Niemand möchte den Kraftstoff tanken, aus unterschiedlichen Gründen, vor allem aber aus Angst um das eigene Auto, da der neue Kraftstoff aller Wahrscheinlichkeit nach den Motor diverser Modelle irreparabel schädigen kann. Doch einfach den neuen Sprit wieder abzuschaffen scheint nicht so einfach, da  es sich um eine EU Richtlinie handelt, welche zum Ziel hat, unsere Abhängigkeit vom Öl zu reduzieren.
So schön der Grundgedanke hinter dieser Idee auch ist, so offensichtlich ist auch der Fehler.  Da E 10 nachweislich 2 bis 5 % Mehrverbrauch bedeutet – im Vergleich zu  E5 –und somit öfter nachgetankt werden muss, ist die Frage nach den Gewinnern geklärt.  Da die Produktion von E10 im Vergleich zu E5 auch noch kostenintensiver ist, muss das Heer der Konsumenten wohl nicht lange warten, bis der „Mehraufwand“ auf den Autofahrer abgewälzt wird.

 „Gut aber dafür helfen wir doch der Umwelt, es ist doch BIO-Sprit“ sagt sich nun der umweltbewusste und klimawandel-sensibilisierte Staatsbürger.  Schade nur, dass das Gegenteil der Fall ist. 

Umweltschutzorganisationen warnen vor einem wahren Umwelt-Supergau, der aufgrund des agrarflächenverschlingenden E10 verursacht werden könnte. Steigende Lebensmittelpreise sind die Folge, für uns Europäer sicherlich kompensierbar, aber in den sogenannten Dritte Welt-Ländern wird diese Preiserhöhung einschlagen wie die sprichwörtliche Bombe.

Es spricht also nichts dafür, diesen neuen Kraftstoff  zu produzieren, da, nebenbei erwähnt, auch  die Abholzung der benötigten Flächen von Wäldern zu erwarten ist. Dennoch lassen weder Wirtschaft noch Politik vom Vorhaben ab. Der „Sprit-Gipfel“  am Dienstag sollte die ganze Blamage der neuen  Einführung nun unter Anwesenheit der Verantwortlichen näher beleuchten und Fehler aufdecken. Weniger überraschend  - niemand der anwesenden Fraktionen ist verantwortlich für das ganze Hin und Her. Aller Voraussicht nach wird die Sache sowieso  „durchgeboxt“  - der große Aufschrei der Bevölkerung bleibt eh aus.

Traurig bloß, dass es den angeblichen Repräsentanten des Volkes nur um die Schuldzahlungen der Ölkonzerne, aufgrund nicht abgenommener Spritmengen, geht, anstatt dass sich jemand einmal ernsthaft mit den Befürchtungen der Umweltverbände auseinandersetzt. Dieser Fakt der Ignoranz führt die ganze Diskussion des vermeintlichen BIO-Sprits ad absurdum.

Bleibt nur zu hoffen, dass sich die Autofahrer einig sind und den E 10 Sprit dort lassen, wo er ist – im Tank der Raffinerien!

Kommentare:

  1. Mehr zum Thema E10 auf:

    www.Benzinpreisgegner.de

    Die Leute gehen auf die Straße

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  2. mittlerweile ist nicht nur der super e5 und der super plus preis an tankstellen gelcihgeschaltet, sondern auch dasselbe drin!

    viele tankstellen füllen aufgrund des engpasses in die super e5 säulen super plus rein.

    wir brauchen dieses mal nicht auf die str. gehen, so lange die alternative gesetzlich festgeschrieben ist. eu-weit leider nur bis 2013, allerdings in deutschland zunächst unbegrenzt, müssen tankstellen neben e10 auch super e5 anbieten.
    die stille rebellion an der tankstelle sollte daher fortgesetzt werden, aml sehen wie lange der e10 schwindel dann noch aufrecht erhalten werden kann.
    der mehrverbrauch liegt im übrigen laut einer aktuellen studie bei bis zu 10%, die negativbilanz, für die umwelt und den konsumenten, welche hier schon beleuchtet wurde, liegt damit weit höher.

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