Freitag, 25. März 2011

Die Wahlträume der Bionaden-Bourgeoisie


Die Grünen träumen davon, ausgerechnet im einstigen Kernland der CDU, Baden-Württemberg, den ersten Ministerpräsidenten zu stellen. Während Merkel versucht, die Scherben ihrer gescheiterten zweiten Amtsperiode zusammenzufegen, zeigen die Ökos, dass man mit konservativer Politik die eigenen Wahlergebnisse pushen kann.

Verkehrte Welt im Ländle. Während Merkel über die Einlassungen ihres Sommeliers Brüderle stöhnt, zeichnet sich in Baden-Württemberg das ab, was angesichts von Fukushima und CO2-Gebrabbel unausweichlich scheint: Der Aufstieg der Grünen zu einer Partei, mit der sich immer mehr Menschen identifizieren können. Die Realos in der Partei haben über die Fundis schon lange gesiegt und opfern ihre einstigen Überzeugungen, Friede, Gleichheit und Gerechtigkeit der sogenannten Realpolitik. Nachdem der einstige Übervater Joschka Fischer schon scharf gegen Westerwelle geschossen hat, traut sich nun auch die momentane Führungsriege aus ihren finsteren Gemächern. Renate Künast, der gute Chancen beim Kampf um das Rote Rathaus in Berlin eingeräumt werden, beispielsweise versteht die Welt nicht mehr, nachdem Guido sich doch tatsächlich erdreistet hat, sich zusammen mit China und Russland, immerhin zwei von fünf Veto-Mächten im UN-Sicherheitsrat, bei der Abstimmung über die UNO-Resolution bezüglich Libyen zu enthalten. WiSoPol.de nahm sich dieser Resolution bereits in einem früheren Beitrag an.

Nun ist es ja wenig verwunderlich, dass die Grünen derartige – aus friedenspolitischer Sicht – klugen Schachzüge nicht zu verstehen vermögen, handelt es sich bei den Grünen doch um eine ausgewiesene Kriegspartei, die auf völkerrechtliche Bedenken ebenso wenig Wert legt, wie es sonst nur ein Sarkozy tut. Dass es der „Freiheitsstatue der Republik“ nun aber zum Nachteil ausgelegt wird, Deutschland nicht in einen völkerrechtlich zumindest fragwürdigen Krieg hineinzuziehen, ist nicht nur ein starkes Stück, es zeigt vielmehr sehr deutlich, wohin die Reise mit den Grünen geht.

Die einstigen Bauzaun-Durchbrecher fühlen sich wohl in ihren (Hosen-)Anzügen. Sie haben ihr wirtschaftspolitisches Profil geschärft, was gleichbedeutend ist mit einem Mehr an weniger sozialen Wohltaten. Dies kommt gerade bei den enttäuschten CDU-Wählern an, die in Merkel schon immer eine sozialdemokratische Agitprop-Vorsteherin gesehen haben. Noch hinzu kommt, dass sie in der DDR aufgewachsen ist, was normalerweise das sichere Ende einer bundespolitischen Karriere ist. Nachdem Merkel nun aber so gut wie alle Alternativen weggebissen hat, ist sie, getreu ihrem Lieblingswort, selbst alternativlos geworden, zumindest in der CDU.

Die Grünen stoßen in diese Lücke, die die CDU hinterlassen hat, nun hinein. So ist es denn auch nicht verwunderlich, dass ein ausgewiesener Konservativer der Spitzenkandidat der Grünen im Süden Deutschlands ist. Winfried Kretschmann schickt sich an, der erste Ministerpräsident der grünen Partei zu werden.

Während die 20 Prozent + X, die die Grünen in Baden-Württemberg einfahren werden, medial frenetisch gefeiert werden, werden derartige Wahlerfolge der Linken politisch wie medial gekonnt unter den Teppich gekehrt. Ein Indiz, das skeptisch stimmen sollte.

Die Grünen sind mittlerweile bürgerlicher als die CDU. Die Partei der Bionaden-Bourgeoisie gibt sich aber gleichzeitig alternativ, in Zeiten der Regierung Merkel durchaus eine erfrischend anmutende Partei-Taktik. Dieses alternative Antlitz der Grünen kann indes nicht darüber hinwegtäuschen, dass die Wähler der Grünen längst Gutverdiener und pseudo-linke Gestalten sind, die nur solange links und alternativ sind, solange es nicht an ihren Geldbeutel geht. Sobald dieser Fall eintritt, offenbaren sie die unangenehm hässliche Fratze des Konservatismus. So auch Kretschmann, der sich jüngst über die Verbalattacken der Union echauffierte, die den Grünen vorwarfen, den alten Kretschmann nur als Marionette zu benutzen, um nach gewonnener Wahl und baldiger Krankheit des Ministerpräsidenten die Integrationsfigur Cem Özdemir installieren zu können.

Eine Betrachtungsweise, die nicht unwahrscheinlicher ist, als der Rückzug Merkels nach verlorenen Wahlen in Baden-Württemberg und Rheinland-Pfalz. Nachdem die CDU zuletzt in Sachsen-Anhalt im Vergleich zu den anderen Parteien am meisten Stimmen verloren hat, sogar noch vor der FDP, lässt sich der Unmut innerhalb der CDU kaum mehr geheim halten. Während die FDP-Stimmen zu noch extremeren Parteien gewandert sind, namentlich der NPD, die nur knapp den Einzug in den Landtag verpasst hat, sind die ehemaligen CDU-Wähler nun bei den Grünen anzutreffen. Der Konservatismus ist in Deutschland nicht länger schwarz, er ist grün.

Kommentare:

  1. Sehr guter Artikel, die Grünen sind bis auf Anti-AKW, MultiKulti-Theater und Schwulen/Lesben Karneval eine durch und durch unsoziale und konservative Bewegung aus dem priviligierten Bürgertum. Die politischen Wurzeln der Grünen sind das schlechte Nazi-Gewissen des Bürgertums und eine spätchristliche pseudowissenschaftliches Paradies-Esoterik. Und wie es bei Spießern so ist - es ist alles nur Oberfläche.

    AntwortenLöschen
  2. Mit einen genaueren Blick müsste man den Grünen keinen Konservativ-Schub unterstellen, sondern eher herausstellen, dass die Fundi-Bewegung in BaWü nicht derart stark existiert, wie in anderen deutschen Bundesländern und daher die Grünen dort ohnehin (der Gesamteinstellung des Landes geschuldet) etwas "konservativer" sein - bzw. eher dem Realo-Flügel angehören dürften.

    Indes lässt sich die Behauptung, Grüne-Wähler lassen nichts an den eigenen Geldbeutel wohl nicht erhärten. Die Grünen haben beispielsweise(entgegen vieler anderer Parteien, denen zufolge vor einer Wahl Steuern meist gesenkt werden müssen) von vornherein offen über Öko-Steuer etc. gesprochen und auch so Wähler bekommen, die demzufolge bereit gewesen sein müssen, diese Spritpreise zu bezahlen.

    OB Sie sich nun allerdings, sollten sie tatsächlich den ersten Ministerpräsidenten stellen, von häufig zitierten Systemzwängen einfangen lassen, oder es aber vermögen, ihren Stempel aufzudrücken, das muss sich noch beweisen.

    Klar dürfte sein, dass die 24% kaum zu wiederholen sein dürften in der nächsten Wahl. Die Grünen sollten nicht glauben, dass sie mit dieser Wählerzahl tatsächlich gemeint wären- dennoch ist es eine Protestwahl mit Folgen, um die die SChwaben nun nicht mehr rundherum kommen. Mal schauen, wie das ausgeht. Interessannt dürfte es werden

    AntwortenLöschen