Samstag, 19. März 2011

Auf zum Atom (I)

Ein Gastbeitrag von Marcel


Gegen den STROM zu schwimmen ist deshalb so schwer, weil einem so viele entgegenkommen.“ – Henry Ford

Seit der Erdbebenkatastrophe in Japan vergangene Woche und dem damit verbundenen drohenden GAU im Atomkraftwerk Fukushima daiichi formiert sich die Anti-Atomkraft Bewegung allerorten neu und sieht sich in Ihrer Ideologie gegen die Kernenergie bestätigt.
Egal ob auf Facebook oder anderen Social-Networks, das etwas betagte, in den 70er-Jahren entstandene „Atomkraft? Nein Danke“ Logo erscheint aktueller denn je und ziert in diesen Tagen nahezu jedes User-Profil. 
 
Mit Verlaub, zeitlich idealer hätte die Katastrophe in Japan für die Bundesregierung nicht liegen können. Keine 7 Tage vergehen und Frau Merkel darf sich nach Ihrem Schnellschuss-Rückzieher aus der vor 3 Monaten ratifizierten Laufzeitverlängerung für Atomkraftwerke als Retter der Nation von den Facebook-Anti-AKW-Aktivisten auf Händen tragen lassen.
Nichtsdestoweniger, bleibt der Beigeschmack für den nicht völlig von Systemmedien „kontaminierten“ Leser sehr fade. Man bedenke, übernächsten Sonntag (27.3.) ist Landtagswahl in Baden-Württemberg und die Umfragewerte der CDU bis dato unterirdisch.

Die langjährig von den Grünen geforderte Abschaltung der AKWs wird nun von der CDU kurzerhand innerhalb von Stunden umgesetzt. Erst Verlängerung, dann Halbzeit.
Es könnte alles so schön sein, wäre da nicht noch die dunkle Seite der Macht in Gestalt der 4 großen Energiekonzerne und deren mächtiger Lobby. Die Beziehung zwischen Frau Merkel und den Energieriesen dürfte sich dieser Tage allerdings in ähnlicher Geschwindigkeit abkühlen wie die Brennstäbe der abzuschaltenden AKWs.

Rechtlich gesehen steht dieser Schachzug ohnehin auf sehr wackligen Füßen, weswegen es außer Zustimmung auch deutliche Kritik sogar aus den eigenen Reihen der CDU hagelt.
Die von Norbert Lammert (CDU) geäußerten rechtlichen Zweifel seien „absolut berechtigt“, sagte u.a. der Vizepräsident des Deutschen Anwaltsvereins (DAV), Ulrich Schellenberg, Handelsblatt Online. Klagen gegen den Stillegungsbeschluss hätten gute Chancen auf Erfolg.
Abseits all dieser politischen und wirtschaftlichen Machtspielchen bleibt die Frage, ob die Kernenergie tatsächlich so schmutzig ist, wie der Abfall, der aus Ihr hervorgeht?!
Wenden wir uns also den Fakten zu.

Seit geraumer Zeit schon oktroyiert die EU dem Bürger auf, dass ER an einer - bisher nicht bewiesenen - durch übermäßiger CO2-Produktion getriebenen Klimaveränderung Schuld hat.
Der E10-Ökoschwindel und die Glühbirnen-Affäre sind hier nur die aktuellsten Beispiele, wie wir alle durch die EU-rokraten in Brüssel finanziell ausgeweidet werden.

Vorgeblich, um dem installierten CO2-Bilanz-Gott zu huldigen. Um diesen sehr strengen EU-Vorgaben in Bezug auf die Reduzierung von CO2-Emissionen Rechnung zu tragen, ist das Synonym CO2 mittlerweile durch die Systemmedien zum größten Feindbild der breiten Öffentlichkeit stigmatisiert worden.
Interessanterweise vergessen dabei Viele und wohl auch unsere Bundesregierung, dass die einzige nachhaltig ernstzunehmende Energieerzeugungsmethode - ohne Ausstoß des bösen CO2 - die Kernenergie ist.
Die nominale Einsparung gegenüber der Verbrennung fossiler Brennstoffe und der damit so „wichtigen“ Reduzierung an CO2-Emmissionen ist immens.

Überdies stoßen z.B. Kohlekraftwerke neben CO2 eine beträchtliche Menge an Staub aus, welche zusätzlich die in der Steinkohle enthaltende Radioaktivität! Frei setzt. Dies ist bei Atomkraftwerken nicht der Fall.
Der Wirkungsgrad eines Atomkraftwerkes ist zudem vielfach höher, als die alternativer Erzeugungsmethoden.
Die Abkehr von Atom-Ausstiegsplänen, ja sogar längst genehmigte Neubauten von AKWs in Ländern wie Italien, der Schweiz und auch Schweden verdeutlichen zusätzlich die gestiegene Zuverlässigkeit und vor allem Wirtschaftlichkeit hoch-moderner Kernkraftwerkssysteme.

Insbesondere der sonnenarme Standort Deutschland kann es sich kaum leisten, auf die Kernenergie zu verzichten, wenn die Kohlendioxid-Ziele aus Brüssel erfüllt werden sollen.
Alternative Erzeugungsmethoden werden in absehbarer Zeit schlichtweg nicht in der Lage sein, die steigende Grundlast Deutschlands und der Welt zu bedienen.

Kommentare:

  1. Was verstehtder Autor unter einer Leistungsbilanz eines Atomkraftwerkes?

    "Überdies stoßen z.B. Kohlekraftwerke neben CO2 eine beträchtliche Menge an Staub aus, welche zusätzlich die in der Steinkohle enthaltende Radioaktivität! Frei setzt. Dies ist bei Atomkraftwerken nicht der Fall."

    CO2 ist völlig unerheblich. Und was die Freisetzung von Radioaktivität bei Atomkraftwerken betrifft, so empfehle ich einen Ausflug in Asse II oder verbringe mal seinen Jahresurlaub in einem Uranerzbergwerk. Auch der Staub spielt bei modernen Kohlekraftwerken keine Rolle mehr.

    Kernkraftwerke können nicht wirtschaftlich betrieben werden. Der Bau wurde mit Steuergeldern subventioniert, die Lagerung der Abfälle ebenfalls und auch der notwendige Rückbau!

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  2. Es gibt sinnvollere Alternativen der Energieversorgung: Gezeitenkraftwerke, Solarparks, Offshore-Windparks, Geothermie. Natürlich ist richtig, dass diese Alternativen im Neuaufbau teurer sind als das Weiterbetreiben vorhandener Atomkraftwerke. ABER ein grosser Kostenfaktor kommt nach Ableben des Atomkraftwerkes: Der Rückbau eines Atomkraftwerkes dauert mehrere Jahre und verschlingt Unsummen, zumal natürlich Unmengen kontaminiertes Material anfällt.

    Und selbst wenn andere Staaten Neubauten von AKWs planen und auch die Zuverlässigkeit erhöht ist, so ist doch die Frage der Endlagerung nicht geklärt.

    Für mich steht fest, dass es sinnvoller ist , Geld hin oder her, langfristig in regenerative und nicht umweltgefährdene Energieerzeugungen zu investieren als den Planeten mit radioaktiven Müll zu belasten!

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