Samstag, 5. Februar 2011

Peter Scholl-Latour: Saudi-Aufstand macht US-Intervention denkbar

Nahost-Experte Peter Scholl-Latour gab dem deutschen Leitmedium ein Interview, indem er auf die möglichen Gefahren eines Aufstands in Saudi-Arabien hinwies. Ob er sich die Inspiration aus der Blogosphäre geholt hat? :)

WiSoPo wies bereits vor einer Woche auf die Gefahren hin, die von einem Umsturz(versuch) in Saudi-Arabien ausgehen. Das die USA eine militärische Intervention im größten Ölproduzenten-Staat der Welt plant, überrascht nicht, da die USA ohne den Verbündeten Saudi-Arabien ihren durch den Öl-Handel gedeckten Dollar wegschmeißen kann. Fraglich ist, ob sich die Bevölkerung mit Geschenken wie in Kuwait ruhig stellen lässt und den Reichtum des Landes weiterhin der abgehobenen Königsfamilien-Kaste überlässt oder ob es sich ein Herz fasst und gegen die Verschwendungssucht der Herrschenden vorgeht.

Auch die Spekulationen um eine USA, die auch in revolutionären Zeiten die Fäden in der Hand behält, erhalten neue Nahrung. In einem Interview mit der russischen Nachrichtenagentur RIA Novosti spricht Anatoli Jegorin, Vize-Direktor des Instituts für Orientalistik, über die Möglichkeit, bei den Unruhen handle es sich um einer konzertierte Aktion des Westens.

Zu guter Letzt zeigte sich auch der Chef der NATO, Anders Fogh Rasmussen, besorgt über die "tektonischen Plattenverschiebungen" auf der Welt. Seiner Ansicht nach steht nicht nur die Weltwirtschaft auf dem Spiel, sondern "die Weltordnung". Was damit gemeint ist? Die unipolare Welt mit den USA als Hegemonialmacht.
Auch sorgt sich Rasmussen um ein "gespaltenes Europa", da es nur noch einige wenige Länder (Deutschland) gebe, die für die finanzielle Stabilität und Sicherheit in Europa sorgen.

Ich für meinen Teil denke, dass die Welt sicherer wäre, ohne eine Supermacht USA. Der ewige Krieg gegen den Terrorismus wird von den USA geführt und dient nicht dazu, die Welt vor Terror zu schützen. Würde die USA die Welt vor Terror beschützen wollen, müssten sie einfach nur sämtlichen US-Geheimdiensten die Geldmittel kappen, denn der Terror wird von den Geheimdiensten gemacht und nicht in irgendwelchen muslimischen Gotteshäusern.

Kommentare:

  1. -Zitat-
    "Würde die USA die Welt vor Terror beschützen wollen, müssten sie einfach nur sämtlichen US-Geheimdiensten die Geldmittel kappen, denn der Terror wird von den Geheimdiensten gemacht und nicht in irgendwelchen muslimischen Gotteshäusern. " -Zitat Ende-

    Harte These. Mit anderen Worten, es gibt keine den Terror bejahende Strömung in den Moscheen und Gotteshäusern des Islams, der Terrorismus wird ausschliesslich von amerikanischen Geheimdiensten (nicht mal MI6 oder Mossad werden erwähnt)praktiziert als Geheimkommando oder 'false flag operation'.

    Dafür wäre es gut, belegbare Quellen zu nennen, der Vorwurf wiegt schwer!

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  2. Ich werde in einem der kommenden Einträge darauf nochmal näher eingehen! Hast schon recht, das Bedarf wirklich einer Aufklärung!

    Dir jetzt erst Mal ein schönes WE!

    Grüße,
    WiSoPo

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  3. Der Umkehrschluß klingt platt und geht an der Sache vorbei: Die Drahtzieher für die Instabilisierung ganzer Staaten, Regionen und Systeme sitzen nicht in den Höhlen des bergigen Afghanistas, sondern in den westlichen Schaltzentralen der Macht. Dann werden Söldner eingekauft (mit gewaschenen Drogengeldern), die für alles einstehen, wenn es nur Geld bringt. Daß natürlich allerorten die Stimmung kräftig angeheizt wird und speziell islamistische Strömungen gepusht werden, damit der Feind für den westlichen Fernsehzuschauer auch Namen und Gesicht hat... das gehört zum Spiel dazu. Nur die Schlüsselfrage"wem nützt's denn letztendlich" hilft da weiter. Die gut belegten Quellen weiß Andreas v.Bülow in seinen Büchern zu zitieren, wohl einer der seriösesten "Verschwörungstheoretiker", wie ich finde. Dem ging als Mitglied der Parlamentarischen Kontrollkommission (PKK) der bundesdeutschen Geheimdienste während seiner Zeit als MdB erst ein Licht auf und dann irgendwann der Hut hoch. Das ist schon bald fünfzehn Jahre her, die Strickmuster des politischen Hegelianismus haben sich jedoch gar nicht verändert. Also, man lese seinen Bülow (uam) und öffne vorsichtig seine Augen für einen kleinen Ausschnitt der zynischen Realität des 20. und 21. Jahrhunderts... Leider gibt es nichts positiveres zu berichten. Ob an der Gesamtlage die Volksaufstände im Nahen Osten wirklich etwas ändern, muß man sich fragen mit "Cui bono" - zugegebenermaßen überhaupt nicht einfach.

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