Nahost-Experte Peter Scholl-Latour gab dem deutschen Leitmedium ein Interview, indem er auf die möglichen Gefahren eines Aufstands in Saudi-Arabien hinwies. Ob er sich die Inspiration aus der Blogosphäre geholt hat? :)
WiSoPo wies bereits vor einer Woche auf die Gefahren hin, die von einem Umsturz(versuch) in Saudi-Arabien ausgehen. Das die USA eine militärische Intervention im größten Ölproduzenten-Staat der Welt plant, überrascht nicht, da die USA ohne den Verbündeten Saudi-Arabien ihren durch den Öl-Handel gedeckten Dollar wegschmeißen kann. Fraglich ist, ob sich die Bevölkerung mit Geschenken wie in Kuwait ruhig stellen lässt und den Reichtum des Landes weiterhin der abgehobenen Königsfamilien-Kaste überlässt oder ob es sich ein Herz fasst und gegen die Verschwendungssucht der Herrschenden vorgeht.
Auch die Spekulationen um eine USA, die auch in revolutionären Zeiten die Fäden in der Hand behält, erhalten neue Nahrung. In einem Interview mit der russischen Nachrichtenagentur RIA Novosti spricht Anatoli Jegorin, Vize-Direktor des Instituts für Orientalistik, über die Möglichkeit, bei den Unruhen handle es sich um einer konzertierte Aktion des Westens.
Zu guter Letzt zeigte sich auch der Chef der NATO, Anders Fogh Rasmussen, besorgt über die "tektonischen Plattenverschiebungen" auf der Welt. Seiner Ansicht nach steht nicht nur die Weltwirtschaft auf dem Spiel, sondern "die Weltordnung". Was damit gemeint ist? Die unipolare Welt mit den USA als Hegemonialmacht.
Auch sorgt sich Rasmussen um ein "gespaltenes Europa", da es nur noch einige wenige Länder (Deutschland) gebe, die für die finanzielle Stabilität und Sicherheit in Europa sorgen.
Ich für meinen Teil denke, dass die Welt sicherer wäre, ohne eine Supermacht USA. Der ewige Krieg gegen den Terrorismus wird von den USA geführt und dient nicht dazu, die Welt vor Terror zu schützen. Würde die USA die Welt vor Terror beschützen wollen, müssten sie einfach nur sämtlichen US-Geheimdiensten die Geldmittel kappen, denn der Terror wird von den Geheimdiensten gemacht und nicht in irgendwelchen muslimischen Gotteshäusern.
Samstag, 5. Februar 2011
Freitag, 4. Februar 2011
Donald Trump: "Die USA könnten wie Ägypten enden!"
Große Sorgenfalten hat momentan der US-Milliardär Donald Trump. In einem Interview sagte er, dass die USA wie Ägypten enden könnten. Eine hohe Inflation sorge dafür, dass die US-Bürger "sehr bald" 25 US-Dollar für ein Laib Brot bezahlen müssten. Auch der Goldpreis wird steigen.
Der Milliardär Trump sagte außerdem, dass die US-Regierung bankrott sei. Auch würde der Wert des US-Dollar zerstört werden, von wem, ließ er offen. Wobei wohl kaum eine andere Institution wie die FED gemeint sein kann, die Dollar um Dollar druckt.
"Der Goldpreis wird so lange steigen, bis die Leute Vertrauen in unser Land und den Präsidenten haben. Momentan haben sie kein Vertrauen in den Präsidenten", so Trump weiter.
Donald Trump liebäugelt mit einer Präsidentschaftskandidatur im Jahr 2012.
Außerdem sorgt sich Trump um den steigenden Ölpreis. Würde diesem weiter "erlaubt" werden zu steigen und sollte der Wertverfall des US-Dollar anhalten, so würden die Dinge "sehr sehr schlimm" werden.
Das Interview findet ihr hier.
Der Milliardär Trump sagte außerdem, dass die US-Regierung bankrott sei. Auch würde der Wert des US-Dollar zerstört werden, von wem, ließ er offen. Wobei wohl kaum eine andere Institution wie die FED gemeint sein kann, die Dollar um Dollar druckt.
"Der Goldpreis wird so lange steigen, bis die Leute Vertrauen in unser Land und den Präsidenten haben. Momentan haben sie kein Vertrauen in den Präsidenten", so Trump weiter.
Donald Trump liebäugelt mit einer Präsidentschaftskandidatur im Jahr 2012.
Außerdem sorgt sich Trump um den steigenden Ölpreis. Würde diesem weiter "erlaubt" werden zu steigen und sollte der Wertverfall des US-Dollar anhalten, so würden die Dinge "sehr sehr schlimm" werden.
Das Interview findet ihr hier.
Deutschlands Beitrag zum EU-Rettungsschirm verdoppelt sich, EU-Wirtschaftsregierung kommt
Wie am Freitag bekannt wurde, haben sich die 27 Staats- und Regierungschefs der EU darauf verständigt, den EU-Rettungsschirm zu erweitern und die Wirtschaftsregierung zu etablieren. Ein schwarzer Tag für die nationalstaatliche Souveränität.
Der Katalog der EU-Euphemismen ist groß. Statt Vereinheitlichung der Lebensverhältnisse spricht man lieber von Harmonisierung. Haromonisiert werden sollen die Erhöhung des Renteneintrittsalters(!), die Sozialsysteme und die Unternehmenssteuer. Damit die kleinen Staaten dem Plan von Merkel und Sarkozy zustimmen, musste Merkel Konzessionen machen. Merkel ist gleich doppelt umgefallen: Sie lehnte zuerst den Plan zur Wirtschaftsregierung ab, dann stimmte sie ihm doch zu. Sie lehnte eine Erhöhung der Garantiesumme von Deutschland für den EU-Rettungsfonds ab, jetzt steht eine Verdopplung, ja Verdopplung, des deutschen Beitrags im Haus. Statt den 120 Milliarden Euro soll Deutschland nun für 240 Milliarden Euro bürgen. Momentan hat der gesamte EU-Rettungsschirm nicht etwa die immer wieder kolportierten 440 Milliarden Euro zur Verfügung, sondern "lediglich" 250 Milliarden Euro. Warum? Weil die Staaten, die eigentlich auch einzahlen sollten, gar nicht dürfen, da ihre Bonitätsnote zu schlecht ist.
Es kommt für Deutschland also doppelt dicke: Nicht nur der endgültige Verlust der Souveränität in wirtschaftspolitischen Fragen. Um dem Ganzen noch die Krone aufzusetzen bezahlt Deutschland dies mit 120 Milliarden Euro an zusätzlichen Garantiesummen.
Die Kreditausfallversicherungen werden auch für Deutschland immer teurer. Sollte sich die Wirtschaft abkühlen oder eine "unvorhersehbare" Krise die Welt erneut erschüttern, dürfte sich auch die deutsche Kreditwürdigkeit der griechischen oder französischen anpassen.
Inwiefern die Pläne zur Wirtschaftsregierung einen neuen EU-Vertrag erforderlich machen, ist bislang noch nicht bekannt. Irgendwie werden sie es schon durch den Vertrag von Lissabon abdecken können.
Der Katalog der EU-Euphemismen ist groß. Statt Vereinheitlichung der Lebensverhältnisse spricht man lieber von Harmonisierung. Haromonisiert werden sollen die Erhöhung des Renteneintrittsalters(!), die Sozialsysteme und die Unternehmenssteuer. Damit die kleinen Staaten dem Plan von Merkel und Sarkozy zustimmen, musste Merkel Konzessionen machen. Merkel ist gleich doppelt umgefallen: Sie lehnte zuerst den Plan zur Wirtschaftsregierung ab, dann stimmte sie ihm doch zu. Sie lehnte eine Erhöhung der Garantiesumme von Deutschland für den EU-Rettungsfonds ab, jetzt steht eine Verdopplung, ja Verdopplung, des deutschen Beitrags im Haus. Statt den 120 Milliarden Euro soll Deutschland nun für 240 Milliarden Euro bürgen. Momentan hat der gesamte EU-Rettungsschirm nicht etwa die immer wieder kolportierten 440 Milliarden Euro zur Verfügung, sondern "lediglich" 250 Milliarden Euro. Warum? Weil die Staaten, die eigentlich auch einzahlen sollten, gar nicht dürfen, da ihre Bonitätsnote zu schlecht ist.
Es kommt für Deutschland also doppelt dicke: Nicht nur der endgültige Verlust der Souveränität in wirtschaftspolitischen Fragen. Um dem Ganzen noch die Krone aufzusetzen bezahlt Deutschland dies mit 120 Milliarden Euro an zusätzlichen Garantiesummen.
Die Kreditausfallversicherungen werden auch für Deutschland immer teurer. Sollte sich die Wirtschaft abkühlen oder eine "unvorhersehbare" Krise die Welt erneut erschüttern, dürfte sich auch die deutsche Kreditwürdigkeit der griechischen oder französischen anpassen.
Inwiefern die Pläne zur Wirtschaftsregierung einen neuen EU-Vertrag erforderlich machen, ist bislang noch nicht bekannt. Irgendwie werden sie es schon durch den Vertrag von Lissabon abdecken können.
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Deutschland EU Merkel
Ein Plädoyer gegen die Frauenquote
Die Massenmedien haben uns diese Woche mal wieder aufdiktiert, worüber wir diskutieren sollen. Nicht nur, dass eine Frauenquote die Ungerechtigkeit zwischen den Geschlechtern manifestiert, sie führt die durchaus berechtigten Forderungen von so mancher Frau ad absurdum.
Die Idee, Unternehmen via Gesetz dazu zu zwingen, x Prozent von Vorstandsposten mit Frauen zu besetzen, sorgt für mehr Ungerechtigkeit, es ist – wie so oft, wenn sich die Regierung etwas in den Kopf setzt – eine Verschlimmbesserung. Es sollen Frauen qua Geschlecht in Posten gehievt werden, für die sie möglicherweise gar nicht geeignet sind. Die altehrwürdige Maxime der Wirtschaft, nach der der oder die Beste den Job bekommt, soll ersetzt werden durch eine festgesetzte Quote, die blind ist für Eignung, Fähigkeiten und Potential. Es hört sich fast so an, als wäre jede Frau per se dazu befähigt, einen Vorstandsposten auszufüllen. Das dem nicht so ist, liegt auf der Hand. Nicht jeder Mensch, unabhängig vom Geschlecht, hat eine genügend hohe Stress-Resistenz für derartige Positionen.
Es gibt durchaus Gebiete, die einer gesetzlichen Regelung bedürfen. Statt eine Frauenquote einzuführen, sollte man zunächst mal darüber nachdenken, warum Frauen immer noch weniger verdienen als ihre männlichen Kollegen. Gleichberechtigung beginnt bei der Entlohnung, nicht bei einer festgesetzten Verteilung der Vorstandsposten. Dieses gesellschaftspolitische Placebo der Bundesregierung soll davon ablenken, dass wir bei der Entlohnung beginnen müssen, gerne auch per Gesetz. Die Wirtschaft hatte genug Zeit, um die Löhne anzupassen, sie ist nicht gewillt dies zu tun, also kann und muss der Staat per Gesetz den Zwang einführen, dass Menschen für gleiche Arbeit den gleichen Lohn erhalten. Übrigens gibt es diese Lohnunterschiede nicht nur zwischen den Geschlechtern, sondern auch zwischen Ost- und Westdeutschen.
Warum ist nun eine Frauenquote schlecht? Sie führt zu einem Effizienzverlust der Wirtschaft, weil es nicht mehr darum geht, die besten Leute zu finden, sondern um eine Gleichmacherei auf Kosten der Männer. Die jahrelange Benachteiligung der Frauen soll jetzt abgelöst werden durch eine Benachteiligung der Männer. Der Mann, der möglicherweise besser für einen Vorstandsposten geeignet ist, wird wenig Verständnis dafür haben, wenn er die Stelle nicht bekommt, weil irgendeine Quote erfüllt werden muss.
Die Frauen, die durch die Quote diese Stellen bekommen, können sich auch nur kurz darüber freuen. Das Prädikat „Quoten-Frau“ werden sie so schnell nicht los, wie es um das kollegiale Verhältnis bestellt ist, muss nicht erwähnt werden.
Liebe Politiker, liebe Gender-Fanatiker: Macht ein Gesetz, dass die gleiche Entlohnung vorschreibt, statt solch einen Blödsinn vorzuschlagen. 95 Prozent der Frauen ist mit einer Frauenquote nicht geholfen, sie haben entweder nicht die Qualifikation für einen Vorstandsposten oder wollen gar nicht eine derartige Karriere hinlegen. Dass es der Wirtschaft mehr Geld kostet, die Löhne anzugleichen, steht außer Frage, aber dieser Preis ist notwendig, wenn wir den nächsten Schritt der Gleichberechtigung gehen wollen.
Und diejenigen Frauen, die Karriere machen wollen, müssen sich, wie alle anderen auch, durchbeißen, vielleicht auch mehr als ein Mann. Gleichberechtigung bedeutet dem Wort nach lediglich, dass es eine gleiche Berechtigung zu etwas gibt, nicht mehr. Die Berechtigung, in einem Vorstand zu sitzen, haben die Frauen. Daraus eine Pflicht abzuleiten, ist falsch.
Der Mann, der in einem Kindergarten als Erzieher arbeitet, hat ebenso die Berechtigung dazu. Dass dieser sich gerne skeptischen Blicken besorgter Eltern ausgesetzt sieht, die einen Pädophilen in ihm sehen, ist die Kehrseite dieser Berechtigung.
Donnerstag, 3. Februar 2011
Mubarak möchte Chaos verhindern?!
Noch-Präsident Mubarak sagte heute in einem Interview mit einem US-Fernsehsender, dass er nicht zurücktreten könne, obwohl er amtsmüde sei und bereits heute zurücktreten würde, allerdings würde dies zu Chaos in Ägypten führen. Hat er recht?
Mubarak ist seit 30 Jahren Präsident, ein Ägypten ist ohne ihn an der Spitze international so gut wie unbekannt, einfach weil er schon so lange im Amt ist. Seine Kontakte und Beziehungen halfen und helfen Ägypten zweifelsfrei. Ein überstürzter Abgang hätte aber neben der Folge, dass ein neues Gesicht die internationale Bühne betritt, für die Auslandsbeziehungen weitere Auswirkungen. Der Westen hat sich nicht umsonst mit Mubarak arrangiert, mehr noch, mit ihm sympathisiert, Wahlen hin oder her. Er garantierte, dass Israel ein Nachbarland als Freund bezeichnen kann, nachdem sein Amtsvorgänger einen Friedensvertrag unterzeichnete. Ein Novum im arabischen Raum. So ist denn auch die Treue Israels gegenüber Mubarak erklärbar: Israel hat schlicht Angst davor, dass die Muslimbruderschaft die politische Macht in Ägypten an sich reißen kann. Momentan sagen Berechnungen von Experten voraus, dass die Muslimbruderschaft auf ca. 15-20 Prozent der Stimmen kommen würde.
Eine Übergangsphase in Ägypten macht durchaus Sinn, jedoch ist der Zeitraum bis September 2011, wenn die regulären Präsidentschaftswahlen anstehen, viel zu lang. Mubarak kann mit seinen Beziehungen und Kontakten helfen, dass Ägypten den Übergang möglichst friedlich vollzieht. Wozu er dazu im Präsidentenamt bleiben sollte, erschließt sich nicht. Mit seinem Verweis, dass ein vorzeitiger Rücktritt Ägypten Chaos bringen würde, liegt er falsch, er säumt das Pferd von hinten auf. Ägypten wird mehr Chaos und Gewalt erleben, wenn er im Amt bleibt. Er sollte meiner Meinung nach eiligst die Wahlen vorziehen, einen Termin nennen und im nächsten Satz seinen sofortigen Rücktritt ankündigen. Sein neu ernannter Vize könnte die Regierungsgeschäfte bis zur Neuwahl führen.
Die Masse der protestierenden Menschen ist nicht bereit, auch nur noch einen Tag länger unter der Herrschaft Mubaraks zu leben. Insofern ist das Klammern an sein Amt wenig verständlich. Umso weniger verständlich wird es, wenn man seine Einlassungen gegenüber einer ABC-Reporterin betrachtet: Wenn er könnte, würde er sofort zurücktreten, nach 60 Jahren im Einsatz für Ägypten habe er genug getan etc. etc.
Das von Mubarak befürchtete Chaos ist keins, er bzw. seine letzten Freunde aus Israel befürchten einen Wahlsieg der Muslimbruderschaft. Auch deshalb will er die Wahl nicht vorziehen. Israels Haltung ist nachvollziehbar, allerdings dennoch der falsche Weg. Wenn die Muslimbruderschaft an die Macht kommen sollte oder in eine Regierung eintritt und die Wahlen nachweislich nicht gefälscht sind, ist jedes Ergebnis richtig. Anders gesagt: Eine demokratisch getroffene Entscheidung kann nicht falsch sein. Wie man die Entscheidung findet und wie man mit ihr als Nachbarland umgeht, steht auf einem anderen Blatt Papier. Es scheint demnach fast so, als hätte man Angst vor einer demokratischen Entscheidung des ägyptischen Volkes.
Mubarak ist seit 30 Jahren Präsident, ein Ägypten ist ohne ihn an der Spitze international so gut wie unbekannt, einfach weil er schon so lange im Amt ist. Seine Kontakte und Beziehungen halfen und helfen Ägypten zweifelsfrei. Ein überstürzter Abgang hätte aber neben der Folge, dass ein neues Gesicht die internationale Bühne betritt, für die Auslandsbeziehungen weitere Auswirkungen. Der Westen hat sich nicht umsonst mit Mubarak arrangiert, mehr noch, mit ihm sympathisiert, Wahlen hin oder her. Er garantierte, dass Israel ein Nachbarland als Freund bezeichnen kann, nachdem sein Amtsvorgänger einen Friedensvertrag unterzeichnete. Ein Novum im arabischen Raum. So ist denn auch die Treue Israels gegenüber Mubarak erklärbar: Israel hat schlicht Angst davor, dass die Muslimbruderschaft die politische Macht in Ägypten an sich reißen kann. Momentan sagen Berechnungen von Experten voraus, dass die Muslimbruderschaft auf ca. 15-20 Prozent der Stimmen kommen würde.
Eine Übergangsphase in Ägypten macht durchaus Sinn, jedoch ist der Zeitraum bis September 2011, wenn die regulären Präsidentschaftswahlen anstehen, viel zu lang. Mubarak kann mit seinen Beziehungen und Kontakten helfen, dass Ägypten den Übergang möglichst friedlich vollzieht. Wozu er dazu im Präsidentenamt bleiben sollte, erschließt sich nicht. Mit seinem Verweis, dass ein vorzeitiger Rücktritt Ägypten Chaos bringen würde, liegt er falsch, er säumt das Pferd von hinten auf. Ägypten wird mehr Chaos und Gewalt erleben, wenn er im Amt bleibt. Er sollte meiner Meinung nach eiligst die Wahlen vorziehen, einen Termin nennen und im nächsten Satz seinen sofortigen Rücktritt ankündigen. Sein neu ernannter Vize könnte die Regierungsgeschäfte bis zur Neuwahl führen.
Die Masse der protestierenden Menschen ist nicht bereit, auch nur noch einen Tag länger unter der Herrschaft Mubaraks zu leben. Insofern ist das Klammern an sein Amt wenig verständlich. Umso weniger verständlich wird es, wenn man seine Einlassungen gegenüber einer ABC-Reporterin betrachtet: Wenn er könnte, würde er sofort zurücktreten, nach 60 Jahren im Einsatz für Ägypten habe er genug getan etc. etc.
Das von Mubarak befürchtete Chaos ist keins, er bzw. seine letzten Freunde aus Israel befürchten einen Wahlsieg der Muslimbruderschaft. Auch deshalb will er die Wahl nicht vorziehen. Israels Haltung ist nachvollziehbar, allerdings dennoch der falsche Weg. Wenn die Muslimbruderschaft an die Macht kommen sollte oder in eine Regierung eintritt und die Wahlen nachweislich nicht gefälscht sind, ist jedes Ergebnis richtig. Anders gesagt: Eine demokratisch getroffene Entscheidung kann nicht falsch sein. Wie man die Entscheidung findet und wie man mit ihr als Nachbarland umgeht, steht auf einem anderen Blatt Papier. Es scheint demnach fast so, als hätte man Angst vor einer demokratischen Entscheidung des ägyptischen Volkes.
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Ägypten Mubarak Wahlen
Die inflationäre Zwickmühle der EZB
Die Inflation liegt im Euro-Raum bei 2,4 Prozent. Zu hoch für die EZB, aber noch nicht hoch genug. Um die Inflation abzumildern, wäre eine Erhöhung der Leitzinsen ein probates Mittel. Dies wüde aber auch die ohnehin schwache Konjunktur innerhalb der EU abwürgen.
Die Inflation in der Euro-Zone lag im Januar bei 2,4 Prozent, gut 0,5 bis 0,7 Prozentpunkte höher, als die Zielmarke der EZB. Das wohl mächtigste gelpolitische Instrument einer Zentralbank ist die Festlegung des Leitzinses, also der Zinssatz, zu dem sich (eine Hand voll) Geschäftsbanken Geld bei der Zentralbank leihen können. Dieser Zinssatz ist seit Mai 2009 auf dem historischen Tiefstand von 1,0 Prozent. Das bedeutet, dass die Banken für wenig Zinsen Geld erhalten, dieses in der Folge auch an die Unternehmen und Konsumenten weitergeben. Es wird investiert und auf Pump konsumiert, was die Konjunktur stimuliert. Der Knackpunkt ist, dass durch eine derart laxe Geldpolitik auf die Inflation angeheizt wird, da sich die Geldmenge, die sich im Umlauf befindet, schnell erhöht. Schließlich bekommen die Banken ja das Geld praktisch hinterhergeworfen, also nehmen sie es natürlich auch.
Inflation trifft besonders die Menschen hart, die ohnehin wenig Geld zur Verfügung haben, man könnte auch sagen, die "von der Hand in den Mund" leben. Denn Inflation bzw. die Verteuerung von Produkten beginnt meist bei Grundnahrungsmitteln, bei Gütern des täglichen Bedarfs. Die Entlohnung der abhängig Beschäftigten steigt natürlich nicht analog zur Inflationsrate und selbst wenn sie es täte, wäre damit nicht wirklich geholfen. Denn höhere Löhne lässt nicht die Gewinnmarge der Unternehmen kleiner werden, sondern Unternehmen geben die höheren Lohnkosten natürlich an das letzte Glied der Kette - dem Konsumenten - weiter. Durch höhere Löhne würde die Inflation also sogar zusätzlich angeheizt werden.
Statt höheren Löhnen bietet sich eine Erhöhung des Leitzinses an: Die Kreditaufnahme wird unattraktiver, die Geldmenge wächst langsamer, die Teuerungsrate nimmt ab. Gleichzeitig wird aber weniger investiert und konsumiert, die Konjunktur verliert an Fahrt. In dieser Zwickmühle sitzt die EZB jetzt: Die Inflation einfach weiter gallopieren zu lassen, führt zu einer Verschärfung der weltweiten Ernährungskrise, zu weiteren Preiserhöhungen und zu noch mehr Aufständen.
Jedoch: Was kümmert es die EZB, wenn in Entwicklungsländern hungern müssen, weil sie die spekulativ nach oben geschraubten Preise für Lebensmittel nicht mehr zahlen können? Die Zusammenarbeit zwischen Industrie- und Entwicklungsländern findet immer wieder dort ihre Grenze, an der es ans Eingemachte geht: Die wirtschaftliche Stellung der Industrienationen im weltweiten Vergleich. Wir können es uns leisten, Menschen für unseren Wohlstand sterben zu lassen, wir sind aber nicht bereit, für die von uns herbeigeführten Wirtschaftskrisen die Verantwortung zu tragen.
Die Inflation in der Euro-Zone lag im Januar bei 2,4 Prozent, gut 0,5 bis 0,7 Prozentpunkte höher, als die Zielmarke der EZB. Das wohl mächtigste gelpolitische Instrument einer Zentralbank ist die Festlegung des Leitzinses, also der Zinssatz, zu dem sich (eine Hand voll) Geschäftsbanken Geld bei der Zentralbank leihen können. Dieser Zinssatz ist seit Mai 2009 auf dem historischen Tiefstand von 1,0 Prozent. Das bedeutet, dass die Banken für wenig Zinsen Geld erhalten, dieses in der Folge auch an die Unternehmen und Konsumenten weitergeben. Es wird investiert und auf Pump konsumiert, was die Konjunktur stimuliert. Der Knackpunkt ist, dass durch eine derart laxe Geldpolitik auf die Inflation angeheizt wird, da sich die Geldmenge, die sich im Umlauf befindet, schnell erhöht. Schließlich bekommen die Banken ja das Geld praktisch hinterhergeworfen, also nehmen sie es natürlich auch.
Inflation trifft besonders die Menschen hart, die ohnehin wenig Geld zur Verfügung haben, man könnte auch sagen, die "von der Hand in den Mund" leben. Denn Inflation bzw. die Verteuerung von Produkten beginnt meist bei Grundnahrungsmitteln, bei Gütern des täglichen Bedarfs. Die Entlohnung der abhängig Beschäftigten steigt natürlich nicht analog zur Inflationsrate und selbst wenn sie es täte, wäre damit nicht wirklich geholfen. Denn höhere Löhne lässt nicht die Gewinnmarge der Unternehmen kleiner werden, sondern Unternehmen geben die höheren Lohnkosten natürlich an das letzte Glied der Kette - dem Konsumenten - weiter. Durch höhere Löhne würde die Inflation also sogar zusätzlich angeheizt werden.
Statt höheren Löhnen bietet sich eine Erhöhung des Leitzinses an: Die Kreditaufnahme wird unattraktiver, die Geldmenge wächst langsamer, die Teuerungsrate nimmt ab. Gleichzeitig wird aber weniger investiert und konsumiert, die Konjunktur verliert an Fahrt. In dieser Zwickmühle sitzt die EZB jetzt: Die Inflation einfach weiter gallopieren zu lassen, führt zu einer Verschärfung der weltweiten Ernährungskrise, zu weiteren Preiserhöhungen und zu noch mehr Aufständen.
Jedoch: Was kümmert es die EZB, wenn in Entwicklungsländern hungern müssen, weil sie die spekulativ nach oben geschraubten Preise für Lebensmittel nicht mehr zahlen können? Die Zusammenarbeit zwischen Industrie- und Entwicklungsländern findet immer wieder dort ihre Grenze, an der es ans Eingemachte geht: Die wirtschaftliche Stellung der Industrienationen im weltweiten Vergleich. Wir können es uns leisten, Menschen für unseren Wohlstand sterben zu lassen, wir sind aber nicht bereit, für die von uns herbeigeführten Wirtschaftskrisen die Verantwortung zu tragen.
UNO-Preisindex belegt Explosion der Lebensmittelpreise, prekäre Armut in den USA
Während in Deutschland die gefühlte Inflation neue Höhen erreicht, zeigt der UNO-Preisindex für Lebensmittel, wohin die Reise für Entwicklungsländer geht. Zugleich wird die Armut in den USA, der ehemaligen Weltmacht, immer gravierender.
Der Lebensmittelpreisindex der FAO, einer UN-Organisation für Landwirtschaft und Ernährung, ist auf dem höchsten Stand seit Beginn der Erhebung im Jahre 1990. Überdies teilte die FAO mit, dass die Preise in den nächsten Monaten auf diesem Niveau verharren, was nichts anderes bedeutet, dass man darauf hofft, die Preise mögen nicht noch weiter steigen. Zweifel daran sind folgerichtig, denn die Liquidität ist viel zu hoch, es ist viel zu viel Geld im Umlauf, als dass man von sinkenden Preisen ausgehen könnte. Was bedeutet das für die Menschen in den Entwicklungsländern? Nun, sie werden noch mehr Geld für Lebensmittel ausgeben bzw. werden sie sich die Lebensmittel nicht mehr leisten können, da sie ohnehin schon einen Großteil ihres "Vermögens" für Nahrung ausgeben müssen.
Was wir hier beobachten können, ist seit Jahren, gar Jahrzehnten, immer wieder ähnlich: In Zeiten der Rezession in den USA werden nicht etwa (Super-)Reiche zur Kasse gebeten, sondern die US-Administration bittet die Ärmsten der Armen zur Kasse. Schließlich will auch der nächste Wahlkampf finanziert werden, da kann es sich der Politiker nicht leisten, solvente Spender mit höheren Steuern zu belasten. Dass jetzt die Menschen aus Entwicklungsländern für die Dekadenz des Westens bezahlen/hungern müssen, zeigt einmal mehr, wie falsch und schlecht das derzeitige Weltwirtschaftssystem ist, mit einem der Inflation preisgegebenen US-Dollar, der von einer privaten Bank in nahezu beliebiger Höhe gedruckt werden kann.
Doch auch in den USA ist die Zündschnur zum sozialen Pulverfass gezündet. Seit nunmehr 25 Monaten steigt die Zahl der US-Bürger, die auf Lebensmittelmarken angewiesen sind, im November 2010 waren es knapp 43,6 Millionen Menschen, in 20,4 Millionen Haushalten der USA. Seit November 2008 hat sich die Zahl der Empfänger um beschämende 12,7 Millionen Menschen erhöht.
Während es in Ägypten zu blutigen Auseinandersetzungen kommt und das Militär sich nur zaghaft für die richtige Seite entscheidet, vergisst die USA bei all ihrem weltpolitischen Eifer die Heimatfront. Sie geriert sich immer noch als Weltmacht, jedoch gehört es zum Wesen einer Weltmacht, dass die Hausaufgaben zu Hause erledigt sind, d.h. das die Bevölkerung einer Weltmacht die Chance hat, von ihrer eigenen Hände Arbeit zu leben. Statt sich also als Befreier und ungefragter Demokratie-Bringer darzustellen, sollte die USA erstmal vor der eigenen Haustür fegen.
Der Lebensmittelpreisindex der FAO, einer UN-Organisation für Landwirtschaft und Ernährung, ist auf dem höchsten Stand seit Beginn der Erhebung im Jahre 1990. Überdies teilte die FAO mit, dass die Preise in den nächsten Monaten auf diesem Niveau verharren, was nichts anderes bedeutet, dass man darauf hofft, die Preise mögen nicht noch weiter steigen. Zweifel daran sind folgerichtig, denn die Liquidität ist viel zu hoch, es ist viel zu viel Geld im Umlauf, als dass man von sinkenden Preisen ausgehen könnte. Was bedeutet das für die Menschen in den Entwicklungsländern? Nun, sie werden noch mehr Geld für Lebensmittel ausgeben bzw. werden sie sich die Lebensmittel nicht mehr leisten können, da sie ohnehin schon einen Großteil ihres "Vermögens" für Nahrung ausgeben müssen.
Was wir hier beobachten können, ist seit Jahren, gar Jahrzehnten, immer wieder ähnlich: In Zeiten der Rezession in den USA werden nicht etwa (Super-)Reiche zur Kasse gebeten, sondern die US-Administration bittet die Ärmsten der Armen zur Kasse. Schließlich will auch der nächste Wahlkampf finanziert werden, da kann es sich der Politiker nicht leisten, solvente Spender mit höheren Steuern zu belasten. Dass jetzt die Menschen aus Entwicklungsländern für die Dekadenz des Westens bezahlen/hungern müssen, zeigt einmal mehr, wie falsch und schlecht das derzeitige Weltwirtschaftssystem ist, mit einem der Inflation preisgegebenen US-Dollar, der von einer privaten Bank in nahezu beliebiger Höhe gedruckt werden kann.
Doch auch in den USA ist die Zündschnur zum sozialen Pulverfass gezündet. Seit nunmehr 25 Monaten steigt die Zahl der US-Bürger, die auf Lebensmittelmarken angewiesen sind, im November 2010 waren es knapp 43,6 Millionen Menschen, in 20,4 Millionen Haushalten der USA. Seit November 2008 hat sich die Zahl der Empfänger um beschämende 12,7 Millionen Menschen erhöht.
Während es in Ägypten zu blutigen Auseinandersetzungen kommt und das Militär sich nur zaghaft für die richtige Seite entscheidet, vergisst die USA bei all ihrem weltpolitischen Eifer die Heimatfront. Sie geriert sich immer noch als Weltmacht, jedoch gehört es zum Wesen einer Weltmacht, dass die Hausaufgaben zu Hause erledigt sind, d.h. das die Bevölkerung einer Weltmacht die Chance hat, von ihrer eigenen Hände Arbeit zu leben. Statt sich also als Befreier und ungefragter Demokratie-Bringer darzustellen, sollte die USA erstmal vor der eigenen Haustür fegen.
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