Während nach Angaben des Fernsehsenders al-Dschasira zwei Millionen Menschen in Kairo protestieren, wächst die Gefahr in Saudi-Arabien, dass sich die Herrscher einem revoltierenden Volk gegenüber sehen. Kuwait verteilt derweil Beruhigungspillen, um die Preisexplosion bei Lebensmitteln zu kompensieren.
Das Volk der Shia macht zwar nur zehn Prozent der saudi-arabischen Bevölkerung aus, dafür sind sie aber in dem Gebiet ansässig, in dem die großen Ölfelder Saudi-Arabiens liegen. Bereits in der Vergangenheit habe es Straßenkämpfe zwischen Sicherheitskräften und der ansässigen Bevölkerung gegeben, jedoch wurde dies kaum öffentlich, sagte der Nahostexperte Faysal Itani dem Telegraph.
König Abdullah ist unterdessen als Verschwörungstheoretiker unterwegs und sagte in einer Presseerklärung, dass "Agitatoren Ägypten infiltriert haben um eine Destabilisierung der Sicherheitslage herbeizuführen. Sie stiften an und verbreiten bösartige Volksverhetzung". Möglicherweise stecke der Iran dahinter, der jüngst die "berechtigten Forderungen" der Demonstranten hervorhob, so der Artikel weiter.
Die Jugendarbeitslosigkeit (20-24 Jahre) beträgt satte 42 Prozent in Saudi-Arabien. Eine abgehobene Königsfamilie mit etlichen Prinzen, die sich ihre Zeit bei der Falkenzucht und anderen Annehmlichkeiten nicht zu kurz werden lassen, tut ihr Übriges, um den Zorn des Volkes und vor allem der Jugend weiter anschwellen zu lassen. Sollte es tatsächlich zu einem Protest in Saudi-Arabien kommen, so ist der Dollar in großer Gefahr.
Unterdessen verkleidet sich der Regierungschef von Kuwait als Weihnachtsmann und verteilt großzügig Geschenke an seine Untertanen. Insgesamt fünf Milliarden US-Dollar lässt sich der Scheich das kosten. Jeder Kuwaiter erhält demnach rund 3.500 US-Dollar, auch jedes neugeborene Baby, solange es vor dem 1. Februar auf die Welt kommt. Außerdem verteilt der Scheich in den nächsten 14 Monaten Lebensmittelgutscheine. Begründet wird dies mit verschiedenen Jubiläen im Emirat. Tatsächlich haben sich allerdings in den vergangenen Monaten die Lebensmittelpreise um bis zu 35 Prozent erhöht, was schon eher nach einem Grund aussieht, weshalb der Emir seine Schatulle öffnen sollte. Übrigens ist der Durschnittslohn(!) für einen beim Emirat Angestellten höher als 3.500 US-Dollar monatlich.
Ich halte ein Ausbreiten der Protest bis nach Saudi-Arabien durchaus für möglich, jedoch denke ich, dass vorher andere Regime, Jemen und/oder Syrien, fallen werden, bevor es zur finalen Revolution kommt. Wenn sie kommt.
PS: Auf dem SPON-Ticker zu Ägypten war gerade zu lesen, dass sich die Opposition einig sei, den Rücktritt Mubaraks zu fordern, um anschließend eine "Regierung der nationalen Allianz" zu etablieren. Wetten, die Bewegung "6. April" kriegt 1-2 Posten ab? :)