US-Präsident Barack Obama versicherte unlängst, dass keine Bodentruppen in Libyen eingesetzt werden sollen. Allerdings habe Obama schon vor Wochen präsidiale Anordnungen unterschrieben, die der CIA und ihren Agenten den Auftrag gaben, die Rebellen vom Boden aus zu unterstützen. Nur eine weitere Lüge, die der kriegstreibende Friedensnobelpreisträger während seiner Amtszeit tätigte.
Zunächst musste das CIA-Hauptquartier in der libyschen Hauptstadt Tripolis schließen, nachdem die Unruhen stärker wurden. Nach Angaben der "New York Times" und verschiedenen Nachrichtenagenturen, die sich allesamt auf US-Regierungsbeamte berufen, wurden im März wieder CIA-Agenten in Libyen stationiert, die genaue Anzahl ist unbekannt.
Während der Spiegel davon schreibt, dass diese dazu da wären, die Rebellen auszuspionieren, gehen die US-Medien davon aus, dass diese deswegen in Libyen sind, um die Aufständischen in ihrem Kampf für Freiheit und Frieden zu unterstützen.
Obama sieht sich an der Heimatfront mit einem übermächtigen Feind konfrontiert. Das eigene Volk opponiert gegen die Politik in Libyen, einer jüngsten Umfrage zufolge ist die Mehrheit der US-Bürger gegen den Einsatz in Libyen. Auch die Zustimmungswerte für die Obama-Administration sind im Jahr vor den Präsidentschaftswahlen auf einem Tiefststand angelangt. Vielleicht wacht die schlafende Masse in den USA auf, vielleicht ist dies aber auch nur ein frommer Wunsch.
Dass die CIA in Libyen agiert, ist irgendwie nicht überraschend, gehört es doch zum klassischen Repertoire der US-Außenpolitik, einen oder mehrere ihrer vielen Geheimdienste in der jeweiligen Krisenregion einzusetzen, um zu destabilisieren oder zu stabilisieren, je nach dem, auf wessen Seite man gerade steht. In diesem Fall steht man an der Seite der Rebellen, die als Zivilisten betitelt werden, wenn es um die Rechtfertigung für die massenhaften Bombenabwürfe des Westens geht. Geht es um die Demokratisierung eines der reichsten Länder Afrikas, dann sind diese Zivilisten selbstredend Freiheitskämpfer, Rebellen oder Aufständische. Was schizophren anmutet, dürfte in den Strategiezentralen des Westens als kluge Doppelstrategie gefeiert werden.
Fraglich indes ist, ob die zivilen Rebellen oder rebellischen Zivilisten tatsächlich so von der Freiheit beseelt sind, wie es uns die Medien weißmachen wollen oder ob sie viel eher Gaddafi stürzen wollen, um sich selbst als Diktatoren gerieren zu können. Immerhin ist die Mehrheit der jüngst ausgerufenen Rebellen-Regierung namentlich nicht bekannt, auch gibt es Berichte, dass Kämpfer des Terrornetzwerks al-Kaida in Libyen aktiv sein sollen, wohlgemerkt auf der Seite der Rebellen.
Über die Verbindungen zwischen den US-Geheimdiensten und diesem Terrornetzwerk wurde bereits zu Genüge geschrieben. Hier soll deshalb ein Verweis auf ein Interview mit dem geopolitischen Vordenker der USA reichen. Dass die CIA jetzt auch vor Ort im Spiel ist, passt ins Bild. Wahrscheinlich werden sie neben militärischen Tipps, auch wirtschaftliche Hilfestellungen leisten. Die Rebellen haben bereits eine neue staatliche Ölgesellschaft gegründet und eine neue Zentralbank aus der Taufe gehoben. Wer Aufbauhilfe leisten wird und wer im Gegenzug Öl erhält, sollte klar sein...
Donnerstag, 31. März 2011
Dienstag, 29. März 2011
Wirtschaftsdaten im Überblick
Das US-Verbrauchervertrauen sinkt, der GfK-Konsumklimaindex ebenfalls, während die Inflationsraten weiter steigen.
Das US-Verbauchervertrauen ist im März von 72 Punkten auf 63,4 gefallen. Dies markiert den größten Abfall innerhalb eines Jahres. Der Index war zuvor fünf Monate in Folge gestiegen. Die Gründe für die Eintrübung liegen vor allem in den steigenden Preisen für Sprit und Lebensmittel, bei gleichzeitiger Stagnation der Einkommen, allerdings spielen auch die Umwälzungen u.a. in Nordafrika eine Rolle, sowie die Japan-Katastrophe.
Der GfK-Konsumklimaindex trübte sich ebenfalls ein. Der Japan-GAU spielte hier allerdings noch nicht rein. Dennoch ging die Konjunkturerwartung zurück, von 57,1 auf 49,5 Punkte. Die Befragten sahen zudem ihre Einkommenserwartung etwas pessimistischer, hier ging es von 42,9 auf 40,5 Punkte zurück. Die Anschaffungsneigung ging folgerichtig ebenfalls nach unten, hier ging es von 38,9 auf 34,3 Punkte zurück.
Unterdessen stieg nach Berechnungen der OECD die Inflationsrate im Feburar um 0,4 Prozent gegenüber dem Vormonat. Auf Jahresfrist wird nun mit 2,4 Prozent Inflation gerechnet. Eine etwaige Zinserhöhung durch die Europäische Zentralbank wird somit wahrscheinlicher. Dass dieser Schritt die Konjunktur noch stärker eintrübt, ist zwar richtig, aber augenscheinlich weniger von Bedeutung.
Zu guter Letzt nochmal ein paar Zahlen aus Großbritannien: Während die Inflation mittlerweile 4,4 Prozent beträgt, schrumpfte die britische Wirtschaft im vierten Quartal 2010 um 0,5 Prozent gegenüber dem Vorquartal. Dass das BIP im Vergleich zum Vorjahreszeitraum stieg, ist wohl eher der niedrigen Ausgangslage zu verdanken, denn einer wirtschaftlichen Erholung.
Also alles weiter wie gehabt...
Quellen: 1 2 3 4
Das US-Verbauchervertrauen ist im März von 72 Punkten auf 63,4 gefallen. Dies markiert den größten Abfall innerhalb eines Jahres. Der Index war zuvor fünf Monate in Folge gestiegen. Die Gründe für die Eintrübung liegen vor allem in den steigenden Preisen für Sprit und Lebensmittel, bei gleichzeitiger Stagnation der Einkommen, allerdings spielen auch die Umwälzungen u.a. in Nordafrika eine Rolle, sowie die Japan-Katastrophe.
Der GfK-Konsumklimaindex trübte sich ebenfalls ein. Der Japan-GAU spielte hier allerdings noch nicht rein. Dennoch ging die Konjunkturerwartung zurück, von 57,1 auf 49,5 Punkte. Die Befragten sahen zudem ihre Einkommenserwartung etwas pessimistischer, hier ging es von 42,9 auf 40,5 Punkte zurück. Die Anschaffungsneigung ging folgerichtig ebenfalls nach unten, hier ging es von 38,9 auf 34,3 Punkte zurück.
Unterdessen stieg nach Berechnungen der OECD die Inflationsrate im Feburar um 0,4 Prozent gegenüber dem Vormonat. Auf Jahresfrist wird nun mit 2,4 Prozent Inflation gerechnet. Eine etwaige Zinserhöhung durch die Europäische Zentralbank wird somit wahrscheinlicher. Dass dieser Schritt die Konjunktur noch stärker eintrübt, ist zwar richtig, aber augenscheinlich weniger von Bedeutung.
Zu guter Letzt nochmal ein paar Zahlen aus Großbritannien: Während die Inflation mittlerweile 4,4 Prozent beträgt, schrumpfte die britische Wirtschaft im vierten Quartal 2010 um 0,5 Prozent gegenüber dem Vorquartal. Dass das BIP im Vergleich zum Vorjahreszeitraum stieg, ist wohl eher der niedrigen Ausgangslage zu verdanken, denn einer wirtschaftlichen Erholung.
Also alles weiter wie gehabt...
Quellen: 1 2 3 4
Montag, 28. März 2011
Die Wahlnachlese - Baden-Württemberg
Welche Wählerschichten sorgten für den Erfolg der Grünen? Welche Themen waren für die Wähler von besonderer Bedeutung? Diese und weitere Fragen werden unten beantwortet.
Besonders erstaunlich ist, dass viele ehemalige Nichtwähler an den Landtagswahlen teilnahmen, ein durchaus fröhlich stimmender Punkt. Obwohl die CDU so extreme Stimmverluste hinnehmen musste, konnte sie dennoch immerhin 221.000 Nichtwähler davon überzeugen, das Kreuz bei der CDU zu machen. Nur die Grünen konnten noch mehr Wahl-Muffel akquirieren, 266.000 ehemalige Nichtwähler stimmten für die Grünen.
Wenn man nun einen Blick auf die Wählerschichten wirft, die die Grünen gewählt haben, so fällt auf, dass diese in der Kernklientel der Linkspartei gewildert haben: 26 Prozent der Arbeitslosen wählten die Grünen, 23 und 22 Prozent die CDU und die SPD, lediglich 12 Prozent der Arbeitslosen wählten die Linkspartei. Arbeiter hingegen wählten hauptsächlich die CDU oder die SPD, lediglich 18 Prozent der Arbeiter wählten die Grünen. Interessant ist weiterhin, dass die Gruppe der Selbstständigen die Grünen zu 31 Prozent wählten, in dieser Wählergruppe sind die Grünen die zweitstärkste Partei hinter der CDU (43 Prozent).
Die Grünen haben demnach also den Spagat zwischen "wirtschaftlichen Sachzwängen" und "sozialer Gerechtigkeit" geschafft, zumindest wenn man die Wählerschichten betrachtet. Von besonderem Interesse dürfte für die kommende grün-rote Regierung in BaWü sein, ob sie diesen Spagat weiterhin zu leisten im Stande ist oder ob sich eine der beiden Wählerschichten vernachlässigt fühlen wird. Gemeinhin könnt man ja annehmen, dass auf die Befindlichkeiten der Selbstständigen mehr Rücksicht genommen wird.
Bei der Betrachtung der Direktmandate, politisch betrachtet prestigeträchtig, wird deutlich, dass die Grünen besonders im urbanen Milieu punkten konnten und das die Debatte um Stuttgart 21 neben der Atom-Diskussion mitentscheidend für den Wahlerfolg der Grünen war.
Die Grünen konnten drei der vier Wahlkreise in Stuttgart für sich entscheiden. Neben Stuttgart sind die grünen Direktmandate in Freiburg, Mannheim, Heidelberg, Tübingen und Konstanz entstanden. Die ländlich geprägten Wahlkreise wurden indes auschließlich von der CDU in Beschlag genommen. Besonders die Wahlerfolge in Freiburg, Konstanz und Tübingen sind weniger überraschend, da hier bereits grüne Bürgermeister das städtische Zepter in der Hand halten. Allemein lässt sich hinzufügen, dass die Wahlergebnisse der Grünen relativ analog zur Bevölkerungsdichte sinken.
Die Wahlergebnisse nach Konfessionen zeigen vor allem eine Tatsache: Die Grünen sind bei evangelischen, gemischt-konfessionellen und katholischen Wählern gleichermaßen beliebt, die Unterschiede sind marginal. In Allen drei Gruppen konnten die Grünen über 20 Prozent der Stimmen auf sich vereinigen.
Um die These, bei den Grünen handele es sich um eine konservative Partei, zu untermauern, ist ein Blick auf die Zustimmung der folgenden Aussage hilfreich: 50 Prozent der Befragten stimmten der Aussage zu, dass die Grünen eine gute Alternative für all diejenigen Menschen sind, die von der CDU enttäuscht wurden. Die enttäuschten CDUler wählen also nicht mehr die FDP oder die SPD, sie erkennen an, dass die Grünen der CDU relativ nahe stehen. Dazu passt auch, dass 148.000 Menschen den Grünen ihre Stimmen gaben, die zuvor die CDU oder die FDP gewählt haben, auch die SPD musste 140.000 Stimmen an die grüne Partei abtreten.
Eine Sache, die weniger etwas mit dem Wahlergebnis zu tun hat, aber dennoch bemerkenswert ist: Bei der Frage, ob die Wähler den Luftangriff auf Libyen für richtig halten, sagten 68 Prozent, dass die Angriffe richtig sind, nur 26 Prozent halten diese für falsch.
Der vielkritisierte Schachzug von Westerwelle, sich bei der Abstimmung zu enthalten, wird hingegen von einer (geringen) Mehrheit der Wähler in BaWü goutiert: 52 Prozent halten die Enthaltung für richtig, 45 Prozent für falsch.
Quellen: 1 2
Besonders erstaunlich ist, dass viele ehemalige Nichtwähler an den Landtagswahlen teilnahmen, ein durchaus fröhlich stimmender Punkt. Obwohl die CDU so extreme Stimmverluste hinnehmen musste, konnte sie dennoch immerhin 221.000 Nichtwähler davon überzeugen, das Kreuz bei der CDU zu machen. Nur die Grünen konnten noch mehr Wahl-Muffel akquirieren, 266.000 ehemalige Nichtwähler stimmten für die Grünen.
Wenn man nun einen Blick auf die Wählerschichten wirft, die die Grünen gewählt haben, so fällt auf, dass diese in der Kernklientel der Linkspartei gewildert haben: 26 Prozent der Arbeitslosen wählten die Grünen, 23 und 22 Prozent die CDU und die SPD, lediglich 12 Prozent der Arbeitslosen wählten die Linkspartei. Arbeiter hingegen wählten hauptsächlich die CDU oder die SPD, lediglich 18 Prozent der Arbeiter wählten die Grünen. Interessant ist weiterhin, dass die Gruppe der Selbstständigen die Grünen zu 31 Prozent wählten, in dieser Wählergruppe sind die Grünen die zweitstärkste Partei hinter der CDU (43 Prozent).
Die Grünen haben demnach also den Spagat zwischen "wirtschaftlichen Sachzwängen" und "sozialer Gerechtigkeit" geschafft, zumindest wenn man die Wählerschichten betrachtet. Von besonderem Interesse dürfte für die kommende grün-rote Regierung in BaWü sein, ob sie diesen Spagat weiterhin zu leisten im Stande ist oder ob sich eine der beiden Wählerschichten vernachlässigt fühlen wird. Gemeinhin könnt man ja annehmen, dass auf die Befindlichkeiten der Selbstständigen mehr Rücksicht genommen wird.
Bei der Betrachtung der Direktmandate, politisch betrachtet prestigeträchtig, wird deutlich, dass die Grünen besonders im urbanen Milieu punkten konnten und das die Debatte um Stuttgart 21 neben der Atom-Diskussion mitentscheidend für den Wahlerfolg der Grünen war.
Die Grünen konnten drei der vier Wahlkreise in Stuttgart für sich entscheiden. Neben Stuttgart sind die grünen Direktmandate in Freiburg, Mannheim, Heidelberg, Tübingen und Konstanz entstanden. Die ländlich geprägten Wahlkreise wurden indes auschließlich von der CDU in Beschlag genommen. Besonders die Wahlerfolge in Freiburg, Konstanz und Tübingen sind weniger überraschend, da hier bereits grüne Bürgermeister das städtische Zepter in der Hand halten. Allemein lässt sich hinzufügen, dass die Wahlergebnisse der Grünen relativ analog zur Bevölkerungsdichte sinken.
Die Wahlergebnisse nach Konfessionen zeigen vor allem eine Tatsache: Die Grünen sind bei evangelischen, gemischt-konfessionellen und katholischen Wählern gleichermaßen beliebt, die Unterschiede sind marginal. In Allen drei Gruppen konnten die Grünen über 20 Prozent der Stimmen auf sich vereinigen.
Um die These, bei den Grünen handele es sich um eine konservative Partei, zu untermauern, ist ein Blick auf die Zustimmung der folgenden Aussage hilfreich: 50 Prozent der Befragten stimmten der Aussage zu, dass die Grünen eine gute Alternative für all diejenigen Menschen sind, die von der CDU enttäuscht wurden. Die enttäuschten CDUler wählen also nicht mehr die FDP oder die SPD, sie erkennen an, dass die Grünen der CDU relativ nahe stehen. Dazu passt auch, dass 148.000 Menschen den Grünen ihre Stimmen gaben, die zuvor die CDU oder die FDP gewählt haben, auch die SPD musste 140.000 Stimmen an die grüne Partei abtreten.
Eine Sache, die weniger etwas mit dem Wahlergebnis zu tun hat, aber dennoch bemerkenswert ist: Bei der Frage, ob die Wähler den Luftangriff auf Libyen für richtig halten, sagten 68 Prozent, dass die Angriffe richtig sind, nur 26 Prozent halten diese für falsch.
Der vielkritisierte Schachzug von Westerwelle, sich bei der Abstimmung zu enthalten, wird hingegen von einer (geringen) Mehrheit der Wähler in BaWü goutiert: 52 Prozent halten die Enthaltung für richtig, 45 Prozent für falsch.
Quellen: 1 2
Sonntag, 27. März 2011
Die schwarze Niederlage, der schwarze Sieg
Was in Rheinland-Pfalz abzusehen war, ist in Baden-Württemberg ein politischer Erdrutsch. Nach 58 Jahren in der Regierungsverantwortung entlassen die Wähler die CDU in die Opposition. Die lange Serie der Niederlagen für die Merkel-CDU bei Landtagswahlen geht also unvermindert weiter und die amtierende Kanzlerin muss sich die Frage gefallen lassen, wohin es für die CDU gehen soll.
Extrapoliert man den Trend der vergangenen Jahre, so muss die CDU damit rechnen, demnächst mit der 20 Prozent-Marke zu kämpfen, statt sich den Träumereien absoluter Mehrheiten hinzugeben.
Zunächst zu den Gewinnern des Wahltags: Selbstredend sind die Grünen die absoluten Gewinner. Dieser Sieg war absehbar, nicht nur wegen Fukushima, sondern auch und vor allem wegen Stuttgart 21.
Ohne den Sieg der Grünen schmälern zu wollen, es gibt noch einen weitaus wichtigeren Sieger am heutigen Sonntag: Die Demokratie. In beiden Ländern stieg die Wahlbeteiligung stark, etwas, das uns als Demokraten wichtiger sein sollte, als der Gewinn einer konservativen grünen Partei oder der Verlust einer konservativen schwarzen Partei.
Neben der CDU ist auch die FDP der Verlierer des Tages. Nachdem sich diese ein Schweige-Gelübde auferlegt hat, dürfte der Ton, der jetzt gegen Westerwelle angeschlagen wird, ein deutlich schrillerer werden. Nicht auszuschließen, dass Westerwelle sich zumindest von seinem Amt als Parteivorsitzender verabschieden kann, sein Amt als Außenminister steht aufgrund von mangelnden Alternativen zunächst nicht zur Disposition.
Die Linkspartei schafft es nicht, in die Landtage einzuziehen. Woran das liegt? Die Wählerschaft ist in beiden Ländern vornehmlich konservativ, es ist also wenig überraschend, dass die Grünen als Wahlsieger gefeiert werden.
Die SPD hingegen muss sich nun mit einem deutlich stärkeren Koalitionspartner herumschlagen, in Baden-Württemberg wird es darauf hinauslaufen, dass die SPD erstmals der Juniorpartner der Grünen werden wird. Während sich die SPD in Sachsen-Anhalt querstellte und einer rot-roten Koalition eine Absage erteilte, hat sie kein Problem damit, im Falle Sachsen-Anhalts einen CDU-Mann zu wählen und im Falle von BaWü einen grün angemalten schwarzen Mann zum Ministerpräsidenten zu küren. Die neue Rolle der SPD als Mehrheitsbeschaffer konnte in Rheinland-Pfalz noch einmal abgewendet werden, ob dies bei der nächsten Wahl auch so sein wird, ist unwahrscheinlich.
Freitag, 25. März 2011
Die Wahlträume der Bionaden-Bourgeoisie
Die Grünen träumen davon, ausgerechnet im einstigen Kernland der CDU, Baden-Württemberg, den ersten Ministerpräsidenten zu stellen. Während Merkel versucht, die Scherben ihrer gescheiterten zweiten Amtsperiode zusammenzufegen, zeigen die Ökos, dass man mit konservativer Politik die eigenen Wahlergebnisse pushen kann.
Verkehrte Welt im Ländle. Während Merkel über die Einlassungen ihres Sommeliers Brüderle stöhnt, zeichnet sich in Baden-Württemberg das ab, was angesichts von Fukushima und CO2-Gebrabbel unausweichlich scheint: Der Aufstieg der Grünen zu einer Partei, mit der sich immer mehr Menschen identifizieren können. Die Realos in der Partei haben über die Fundis schon lange gesiegt und opfern ihre einstigen Überzeugungen, Friede, Gleichheit und Gerechtigkeit der sogenannten Realpolitik. Nachdem der einstige Übervater Joschka Fischer schon scharf gegen Westerwelle geschossen hat, traut sich nun auch die momentane Führungsriege aus ihren finsteren Gemächern. Renate Künast, der gute Chancen beim Kampf um das Rote Rathaus in Berlin eingeräumt werden, beispielsweise versteht die Welt nicht mehr, nachdem Guido sich doch tatsächlich erdreistet hat, sich zusammen mit China und Russland, immerhin zwei von fünf Veto-Mächten im UN-Sicherheitsrat, bei der Abstimmung über die UNO-Resolution bezüglich Libyen zu enthalten. WiSoPol.de nahm sich dieser Resolution bereits in einem früheren Beitrag an.
Nun ist es ja wenig verwunderlich, dass die Grünen derartige – aus friedenspolitischer Sicht – klugen Schachzüge nicht zu verstehen vermögen, handelt es sich bei den Grünen doch um eine ausgewiesene Kriegspartei, die auf völkerrechtliche Bedenken ebenso wenig Wert legt, wie es sonst nur ein Sarkozy tut. Dass es der „Freiheitsstatue der Republik“ nun aber zum Nachteil ausgelegt wird, Deutschland nicht in einen völkerrechtlich zumindest fragwürdigen Krieg hineinzuziehen, ist nicht nur ein starkes Stück, es zeigt vielmehr sehr deutlich, wohin die Reise mit den Grünen geht.
Die einstigen Bauzaun-Durchbrecher fühlen sich wohl in ihren (Hosen-)Anzügen. Sie haben ihr wirtschaftspolitisches Profil geschärft, was gleichbedeutend ist mit einem Mehr an weniger sozialen Wohltaten. Dies kommt gerade bei den enttäuschten CDU-Wählern an, die in Merkel schon immer eine sozialdemokratische Agitprop-Vorsteherin gesehen haben. Noch hinzu kommt, dass sie in der DDR aufgewachsen ist, was normalerweise das sichere Ende einer bundespolitischen Karriere ist. Nachdem Merkel nun aber so gut wie alle Alternativen weggebissen hat, ist sie, getreu ihrem Lieblingswort, selbst alternativlos geworden, zumindest in der CDU.
Die Grünen stoßen in diese Lücke, die die CDU hinterlassen hat, nun hinein. So ist es denn auch nicht verwunderlich, dass ein ausgewiesener Konservativer der Spitzenkandidat der Grünen im Süden Deutschlands ist. Winfried Kretschmann schickt sich an, der erste Ministerpräsident der grünen Partei zu werden.
Während die 20 Prozent + X, die die Grünen in Baden-Württemberg einfahren werden, medial frenetisch gefeiert werden, werden derartige Wahlerfolge der Linken politisch wie medial gekonnt unter den Teppich gekehrt. Ein Indiz, das skeptisch stimmen sollte.
Die Grünen sind mittlerweile bürgerlicher als die CDU. Die Partei der Bionaden-Bourgeoisie gibt sich aber gleichzeitig alternativ, in Zeiten der Regierung Merkel durchaus eine erfrischend anmutende Partei-Taktik. Dieses alternative Antlitz der Grünen kann indes nicht darüber hinwegtäuschen, dass die Wähler der Grünen längst Gutverdiener und pseudo-linke Gestalten sind, die nur solange links und alternativ sind, solange es nicht an ihren Geldbeutel geht. Sobald dieser Fall eintritt, offenbaren sie die unangenehm hässliche Fratze des Konservatismus. So auch Kretschmann, der sich jüngst über die Verbalattacken der Union echauffierte, die den Grünen vorwarfen, den alten Kretschmann nur als Marionette zu benutzen, um nach gewonnener Wahl und baldiger Krankheit des Ministerpräsidenten die Integrationsfigur Cem Özdemir installieren zu können.
Eine Betrachtungsweise, die nicht unwahrscheinlicher ist, als der Rückzug Merkels nach verlorenen Wahlen in Baden-Württemberg und Rheinland-Pfalz. Nachdem die CDU zuletzt in Sachsen-Anhalt im Vergleich zu den anderen Parteien am meisten Stimmen verloren hat, sogar noch vor der FDP, lässt sich der Unmut innerhalb der CDU kaum mehr geheim halten. Während die FDP-Stimmen zu noch extremeren Parteien gewandert sind, namentlich der NPD, die nur knapp den Einzug in den Landtag verpasst hat, sind die ehemaligen CDU-Wähler nun bei den Grünen anzutreffen. Der Konservatismus ist in Deutschland nicht länger schwarz, er ist grün.
Der Libyen-Krieg = 1. Wasserkrieg des Westens
Während alle Welt davon spricht, im Krieg gegen Gaddafi würde es um Öl gehen, handelt es sich viel eher um den ersten Wasserkrieg des Westens. Ein Prestigeprojekt Gaddafis, welches er bereits seit Jahrzehnten verfolgt, ist die Förderung alter Wasser-Reserven, die lediglich in einigen hundert Metern Tiefe unter dem libyschen Wüstensand schlummern.
Libyen ist eine der trockensten Regionen der Erde. Neben der Haupteinnahmequelle Öl sitzt Libyen allerdings auf einem viel essentielleren Schatz: Wasser. In ein paar hundert Metern Tiefe lagern riesige Frischwasservorkommen und diese gilt es nun anzuzapfen, um den Traum einer grünen Wüste wahr zu machen. Entdeckt wurden diese Wasser-Reservoirs in den 1950er-Jahren, als in Libyen Explorationsbohrungen durchgeführt wurden, die eigentlich Öl zum Vorschein bringen sollten.
Das Projekt sieht vor, einen künstlichen Fluss zu schaffen, der durch Libyen verlaufen soll. Es wurde in fünf Phasen unterteilt. Dieses – und jetzt wird es wichtig – Projekt hat bereits die ersten beiden Phasen vollendet, wobei die dritte Phase entweder kurz vor ihrer Vollendung stand oder schon vollendet wurde. Phase 4 und 5 hingegen sollen die durch Phase 1-3 gelegten Fundamente lediglich ausbauen, das Grundgerüst steht bereits.
Insgesamt soll das Great Man-Made River genannte Projekt nach seiner Vollendung 6 Millionen m³ Wasser bereitstellen – pro Tag. Oder 2,1 Milliarden m³ Wasser pro Jahr. Zum Vergleich: In Deutschland wurden im Jahr 2007 3,6 Milliarden m³ an Privathaushalte und dem Kleingewerbe abgegeben. Libyen hat allerdings nur ca. 6,5 Millionen Einwohner…
Während die libysche Regierung davon ausgeht, dass die Wasservorkommen für tausende Jahre reichen, sind westliche Experten der Ansicht, dass die Vorkommen lediglich 30 bis 50 Jahre reichen dürften. Unabhängig von diesen Schätzungen sollte allerdings auf den Fakt hingewiesen werden, wofür dieses Wasser verwendet werden soll: 70 Prozent des Wassers sollen für die landwirtschaftliche Nutzung gebraucht werden. Die daraus resultierenden Nahrungsmittel, die ganz ohne westliche Entsalzungsanlagen produziert werden können, könnten nicht nur das libysche Volk versorgen, sondern Abermillionen Menschen. Die Frage ist: Will der Westen das?
Wollen Firmen wie Monsanto, dass die Menschen in Afrika ihre Nahrungsmittelversorgung ganz ohne genmanipulierte Pflanzen sicherstellen können, deren Samen nur einmal ausgesät werden können ? Wollen westliche Regierungen, dass die in Afrika lebenden Menschen ihre grundsätzlichen Bedürfnisse ganz ohne „Entwicklungs“-hilfe decken können? Die Antwort lautet: Ja, aber nur wenn die Menschen bereit sind, den Preis dafür zu bezahlen.
Der Preis besteht natürlich nicht darin, Bomben auf sich niederregnen zu lassen. Jedenfalls nicht vordergründig. Wenn erst mal Libyen eingenommen wurde bzw. von seinem Diktator befreit wurde, können westliche Konzerne die Macht über dieses Projekt gewinnen, welches nicht zu Unrecht als das 8. Weltwunder bezeichnet wird. Dass dabei der Preis sinkt, ist bar jeder pejorativen Logik, die die westlichen Konzerne verfolgen.
Was wir hier dieser Tage sehen, ist weder ein Krieg zum Schutze der Zivilbevölkerung, noch ein Krieg für die Demokratie. Es geht um handfeste wirtschaftliche Interessen, es ist also alles so wie immer. Die fadenscheinige Begründung für den Krieg, nach der die Zivilisten vor Gaddafi beschützt werden sollen, ist nichts weiter als eine Ausrede für den Westen, um die wahren, weniger hehren, Ziele zu verschleiern.
War das letzte Jahrhundert gekennzeichnet von Kriegen, die des Öls wegen geführt wurden, so scheint es fast, als ob das vor uns liegende Jahrhundert eine Zeit werden würde, die von Kriegen um Wasser gekennzeichnet ist.
Man hätte es ja kaum für möglich gehalten, aber die hinterhältige Außenpolitik der angeblichen Demokratien schafft es tatsächlich, die ihr seit Jahrzehnten innewohnende Perfidie abermals auf ein neues Allzeithoch zu wuchten: Kriege um Öl waren einmal, jetzt töten wir Menschen des Wassers wegen.
Siehe auch: YouTube-Clip
Siehe auch: YouTube-Clip
Mittwoch, 23. März 2011
Rücktritt mit Ansage - Portugals Ministerpräsident tritt zurück
Bereits am gestrigen Dienstag zeichneten sich die Neuwahlen in Portugal ab. Die sozialistische Minderheitsregierung von Ministerpräsident Socrates hat heute eine herbe Abstimmungsschlappe im portugiesischen Parlament einstecken müssen. Socrates macht nun seine Rücktritts-Drohung wahr.
Die konservative Partei, die dem Namen nach sozialdemokratisch ist, verweigerte der amtierenden Regierung die erforderlichen Stimmen zur Absegnung der angestrebten Sparanstrengungen. Diese hatte Socrates vor zwei Wochen auf dem EU-Gipfel vorgelegt und zugesichert. Durch das Nein zum Sparpaket dürfte Portugal in naher Zukunft deutlich höhere Zinsen am Kapitalmarkt bezahlen, was einen Sprung unter den EU-Rettungsschirm wahrscheinlicher erscheinen lässt. Socrates selbst bliebe dem Vernehmen nach bis zu den Neuwahlen, die wahrscheinlich im Mai abgehalten werden, geschäftsführend im Amt.
Was bei Neuwahlen in einem krisengeschüttelten Land der Europäischen Union passiert, zeigt Irland. Die Neuwahlen brachten dort den ebenfalls konservativen Enda Kenny an die Macht. Kaum im Amt, feilschte dieser mit der EU über die Zinsen der Notkredite. Ähnliches dürfte sich auch in Portugal abspielen: Erst der Sprung unter den Rettungsschirm, dann noch ein bisschen über die Zinsen verhandeln und der nächste Haushalt ist gesichert. Das portugiesische Volk indes dürfte die neuerliche Sparanstrengungen ablehnen, was sich im Wahlergebnis widerspiegeln dürfte. Sparanstrengungen sind allerdings Bedingung für die Auszahlung der Notkredite. Eine spannende Wahl dürfte es also in jedem Fall werden.
Die konservative Partei, die dem Namen nach sozialdemokratisch ist, verweigerte der amtierenden Regierung die erforderlichen Stimmen zur Absegnung der angestrebten Sparanstrengungen. Diese hatte Socrates vor zwei Wochen auf dem EU-Gipfel vorgelegt und zugesichert. Durch das Nein zum Sparpaket dürfte Portugal in naher Zukunft deutlich höhere Zinsen am Kapitalmarkt bezahlen, was einen Sprung unter den EU-Rettungsschirm wahrscheinlicher erscheinen lässt. Socrates selbst bliebe dem Vernehmen nach bis zu den Neuwahlen, die wahrscheinlich im Mai abgehalten werden, geschäftsführend im Amt.
Was bei Neuwahlen in einem krisengeschüttelten Land der Europäischen Union passiert, zeigt Irland. Die Neuwahlen brachten dort den ebenfalls konservativen Enda Kenny an die Macht. Kaum im Amt, feilschte dieser mit der EU über die Zinsen der Notkredite. Ähnliches dürfte sich auch in Portugal abspielen: Erst der Sprung unter den Rettungsschirm, dann noch ein bisschen über die Zinsen verhandeln und der nächste Haushalt ist gesichert. Das portugiesische Volk indes dürfte die neuerliche Sparanstrengungen ablehnen, was sich im Wahlergebnis widerspiegeln dürfte. Sparanstrengungen sind allerdings Bedingung für die Auszahlung der Notkredite. Eine spannende Wahl dürfte es also in jedem Fall werden.
Abonnieren
Posts (Atom)